Archiv der Kategorie 'Allgemein'

DIY (Do It Yourself) statt Ficken, Saufen, Oi

Der erste Freitag im Februar (03.02) steht bei uns ganz im Zeichen des „Do it yourself“ Gedankens. Und deshalb wird es einen Workshop zum Klamotten selbst gestalten und eine Filmvorführung über die europäische DIY-Punk/Hardcoreszene geben.
Im Workshop könnt ihr eure Kleidungsstücke mit Textilfarben selbst gestalten.T-shirts, Pulli`s, Hosen, Stofftaschen oder was auch immer ihr gestalten wollt, solltet ihr selbst mitbringen. Farben, Pinsel und ein paar Schablonen haben wir da. Ihr könnt natürlich auch eure eigenen Motive für Schablonen mitbringen.
Im Anschluss an den Workshop wird der Film „Noise and Resistance – Voices from the DIY Underground“ von Julia Ostertag und Francesca Araiza Andrade gezeigt.

Noise and Resistance – Voices from the DIY Underground

Noise

Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm „Noise and Resistance“. Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich : Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls.

Die beiden Regisseurinnen begeben sich mitten hinein in eine höchstlebendige und pulsierende, eine aufbegehrende und selbstbewusste Szene. Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS – Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands in Schweden – immer ist die Musik eine kollektive Selbstbehauptung, ein vertontes Nein, dessen Losung „Do it yourself!“ zur lautstarken Internationale des 21. Jahrhundert geworden ist.

„Noise and Resistance“ ist eine inspirierende Reise durch Europas Utopia der Gegenwart, an subkulturelle Sehnsuchtsorte, wo aus Unabhängigkeit Gemeinschaft entsteht – und der beste Punk-Sound, den man seit Jahren gehört hat.

Psychosoziale Folgen des Neoliberalismus

Veranstaltung am Samstag, den 28.1.2012, 19 Uhr in der Barrikade

Dass die Zwänge der kapitalistischen Ökonomie Auswirkungen auf unsere Psyche, unsere Emotionen, also unser Seelenheil im weitesten Sinne haben, dürfte zum Allgemeinwissen halbwegs aufgeklärter Menschen gehören.

Schlagworte wie „Burn Out“, Depressionen, Mobbing usw. sind immerwährende Themen in den Medien.

Im Rahmen einer Veranstaltung in der „Barrikade“ referieren die Diplom-Psychologin Alisha Pilenko und der Neurowissenschaftler Dr. Burkhard Wiebel daüber, wie die Zusammenhänge des neoliberalen Kapitalismus Einfluß auf die persönlichen Verhaltensmuster nehmen und zu psychosomatischen Erkrankungen führen. Im Vortrag werden die wichtigsten gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse allgemein verständlich dargeboten.
Im Anschluß an den Vortrag besteht Gelegenheit, Details kritisch zu hinterfragen mit dem Ziel, im Rahmen einer offenen Diskussion sowohl individuelle als auch kollektive Widerstandsmöglichkeiten zu finden und zu erörtern.
Die beiden ReferentInnen haben das Buch „Mechanismen psychosozialer Zerstörung. Neoliberales Herrschaftsdenken, Stressfaktoren der Prekarität, Widerstand“ mit herausgebracht.
Eine Vortrags- u. Diskussionsveranstaltung des Syndikat-A
Der Eintritt ist frei.
Psycho

Der „letzte Moerser Liedermacher“ in der Barrikade

Freitag der 13. – traditionell ein Tag zum Mäusemelken, Katastophenzählen und Beziehungenüberdenken.
Und jetzt spielt auch noch der Thorsten in der Barrikade ein Kneipenkonzert.
Nur die Gitarre, er und die Dissonanzen des beschädigten Lebens.
Ach ja, eine Solo-CD voll seiner feisten musikalischen Jugendsünden hat der „letzte Moerser Liedermacher“ auch noch gemacht, mit der er in der Barrikade erstmals das Licht der Welt erschreckt.
Thorsten outet sich als asexueller Sozialschmarotzer und Lebenszeitretter und fordert auch noch dazu auf, die Barrikade(n) einzureißen. Drollige Musik also.
Zu hören am 13. Januar 2012 in der Barrikade; Einlaß ist 20 Uhr, Beginn ist ziemlich pünktlich um 20.30 Uhr (bitte nicht zu spät kommen, das Konzert dauert nur eine gute halbe Stunde)! Und der Eintritt ist natürlich frei.

London Calling

Gespiegelt von der Seite der FAU Münsterland

Wie politisch sind die Riots in England?

„Sie rauben Toilettenpapier? Gebt Ihnen lieber Kondome, damit sie sich nicht weiter vermehren.“ So kommentiert ein Focus-Leser die Ereignisse in London. Das kennen wir schon: Der Begriff „Proletariat“ bezeichnete ursprünglich diejenigen, die sich zu stark vermehren. FDP-Jungspund Daniel Bahr hat diese Ursprungsbedeutung wieder aufgegriffen („In Deutschland bekommen die Falschen die Kinder“) und Thilo Sarrazins „Kopftuchmädchen“ kommen ebenfalls aus der gleichen Argumentationsschule.

Die Solidarity Federation North London (britische Anarcho-SyndikalistInnen) stellt in ihrem Statement zu den Riots klar: „Läden abzufackeln, über denen sich Wohnungen befinden, die Transportmittel, mit denen Leute zu ihren Jobs fahren müssen und ähnlicher Schwachsinn, sind ein Angriff auf uns selbst und sollten […] entschieden bekämpft werden […]“. Sie betont aber auch: „Die Wut aus den Armenvierteln ist wie sie ist, hässlich und unkontrolliert, aber nicht unvorhersehbar. Großbritannien hat seine sozialen Probleme jahrzehntelang verschleiert, sie mit einer brutalen Kette bewaffneter Büttel eingezäunt.“ Auch wenn es sich kaum äußert: Die Riots sind politisch. Die Medien präsentieren uns als Anlass den Tod eines kriminellen schwarzen (sic!) Familienvaters. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Hinter den Riots steckt eine jahrzehntelange britische Politik, die mit Thatcher, dem Krieg gegen die Gewerkschaften der Miners und der Poll Tax beginnt und heutigentags mit einer extrem verschärften Überwachung, Gesetzen gegen „Herumlungern“, Knastneubauten etc. fortgesetzt wird. In Sachen „Krise“ mag man wenig aus England hören, weil die Auswirkungen für die internationale Ökonomie vergleichsweise gering sind – in Sachen Repression und Unterdrückung der proles ist Großbritannien aber ganz vorne.

Athen: Generalstreik. London: Riot.

Es ist kein Zufall, dass die ersten Krisen-Riots, die weder in der ehemals sogenannten „Dritten“ Welt noch in der Peripherie Europas stattfinden, ausgerechnet England treffen. Es ist folgerichtig. Es ist auch kein Zufall, dass diese in London beginnen, wo Armut und Reichtum nochmal besonders krass aufeinander treffen. Es ist ebenfalls nicht zufällig, dass sich der Krisenprotest in Griechenland und Spanien in Generalstreiks ausdrückt und in England als Riot. Die Idee einer kollektiven sozialen Revolte wurde den britischen proles seit dreißig Jahren systematisch ausgeredet.
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Die Pathologie der Gesellschaft

Adorno über die zwischenmenschliche Kälte




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