Archiv für Februar 2018

Leseabend in der Barrikade / „Wir müssen reden – über Literatur“

Freitag, 02.03.2018 ab 20 Uhr:

Wir müssen reden – über Literatur

Die Theoretiker*innen erklären uns die Welt. Wir brauchen sie, um die Zusammenhänge begreifen zu können, in denen wir leben. Aber um etwas wirklich zu verstehen, um nach- und mitempfinden zu können, braucht es oft auch eine Geschichte und einen Menschen, der sie uns erzählt.

Wir möchten Euch den Raum und die Zeit geben, um Geschichten vorzulesen, Geschichten vorzustellen oder über die Schriftsteller*innen zu berichten, die für uns diese Geschichten erfunden und aufgeschrieben haben.

Wer mag, hat 10 Minuten Zeit, eine Erzählung, einen Roman, ein Gedicht vorzustellen oder daraus vorzulesen, vielleicht auch nur zu erzählen, welche Texte in der letzten Zeit persönlich wichtig waren. Nach jeder kurzen Vorstellung wollen wir dann gemeinsam drüber reden, damit jede*r mitmachen kann, auch ohne selbst etwas vorbereitet zu haben.

Thematisch wollen wir bei dieser Veranstaltung offen bleiben, damit ausdrücklich auch Platz für die schönen Dinge ist, die uns zum Lachen bringen oder uns ein gutes Gefühl geben. Einfach, weil wir uns auch einmal um uns selbst kümmern dürfen und uns etwas Gutes tun, denn sonst sind wir vielleicht, wie Margarete Stokowski sagt, alle schon an Magengeschwüren gestorben, bevor die Revolution kommt.

Über Anmeldungen an barrikademoers@syndikat-a.de vorab von Leuten, die etwas vorstellen möchten, würden wir uns sehr freuen; Kurzentschlossene sollen sich aber nicht abhalten lassen, auch spontan etwas mitzubringen. Im Anschluß hat die Barrikade noch bis max. 1 Uhr auf.

Wichtig ist noch: Es ist kein Wettbewerb. Die einzige Herausforderung ist, in 10 Minuten andere Menschen für etwas zu begeistern. Wir würden uns freuen, wenn jede*r mit einem neuen Gedanken nach Hause geht.

Lückenfüller bis zur nächsten Veranstaltung – Don‘t let the fuckers get you down

Wie bereits auf dem ersten Album, setzt sich Texterin Beth wieder mit der normativen Kraft der kleinbürgerlichen Gesellschaft auseinander, mit der Andersdenkende scheinbar selbst im 21. Jahrhundert noch zu kämpfen haben.

Forderungen wie: Hinterfrage nicht die Dinge, weiche nicht vom Lebensweg deiner Eltern ab, bleibe katholisch.

„Dieser Einfluss der gesellschaftlichen Normalität ist jetzt – verglichen mit anderen Dingen auf der Welt – nicht wirklich schlimm. Aber er stört mich. Letztendlich sind ein paar wirtschaftliche, ökologische und politische Prozesse, die sich gerade in der Welt abspielen, viel gefährlicher. Aber auch diese gesellschaftlichen Dinge stören mich. Denn das ist etwas, was mich direkt betrifft, etwas, das ich sehen kann und sehr nah bei mir geschieht. Insofern ist es schon sinnvoll, darüber zu singen, eben weil es etwas ist, das in meinem täglichen Leben passiert. Höchstwahrscheinlich schreibe ich aus diesem Grund mehr über sozialen Druck als über andere Dinge.“

Insgesamt sind die Texte weniger fragmentarisch als noch auf dem Debüt, sondern ausgereifter und klarer. Es geht um Selbstzweifel und auch um die Liebe oder vielmehr darüber, dass es manchmal vielleicht besser sei, angesichts ihrer mitunter brachialen Folgen vielleicht ganz die Finger davon zu lassen.

Auf dem Titelstück „Adore“ bekennt sich ausgerechnet Frontfrau Beth, die an einen düsteren Engel erinnert, als Lebensbejaherin und fragt philosophisch: Ist es überhaupt menschlich, das Leben zu verehren?

In Savages‘ Songs finden sich unterschiedliche Einflüsse. Für Jehnny Beth ist der US-Musiker Michael Gira ein wesentlicher davon. Dessen Band „Swans“ beschreibt die Frontrau in ihrem Blog gar als „die Essenz aller Musik“. Parallelen gibt es durchaus – nicht zuletzt dass musikalisch allenfalls wenig dem Zufall überlassen wird. Auch Savages sind Freundinnen des durchdachten, konzeptionellen Arbeitens.

Gutes Seminar!


Das „Kopfrocken“ ist vorbereitet.

Zuvor Frühstück

Gute Infos, teilweise lebhafte kontroverse Diskussionen von alten und jungen Menschen, BetriebsrätInnen und die es nicht werden wollen…und besonders beeindruckend: Nur angenehme Mitmenschen! Ca. 20 Leute, gute Unterstützung von einigen Barricadistas und ein Referent, der auch im Alter sich treu geblieben ist. Was bei den zahllosen Wendehälsen der Gegenwart überhaupt nicht selbstverständlich ist.




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