Archiv für Juni 2013

ÜBER DIE ZWIESPÄLTIGKEIT DER HOFFNUNG

Erich Fromm aus „Anatomie der menschlichen Destruktivität“

Ich habe in dieser Untersuchung zu zeigen versucht, daß der prähistorische Mensch, der als Jäger und Sammler in Sippenverbänden lebte, durch ein Minimum an Destruktivität und ein Optimum an Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zum Teilen mit anderen gekennzeichnet war und daß erst mit der wachsenden Produktivität und Arbeitsteilung, mit der Bildung eines großen Überschusses und der Errichtung von Staaten mit Hierar­chien und Eliten Destruktivität und Grausamkeit großen Ausmaßes entstanden. Züge, die immer stärker wurden, je mehr die Zivilisation fortschritt und die Macht an Bedeutung gewann.
Hat diese Studie nun gültige Argumente für die These geliefert, daß Aggression und Destruktivität noch einmal eine nur minimale Rolle im Gewebe der menschlichen Moti­vationen spielen können? Ich glaube, ja – und ich hoffe, daß viele meiner Leser diese Meinung teilen.

Soweit die Aggression biologisch in den Genen des Menschen vorgegeben ist, ist sie nicht spontan, sondern eine Verteidigung gegen die Bedrohung vitaler Interessen des Menschen, seines Wachstums und seines Überlebens als Individuum und als Art. Diese defensive Aggression war unter bestimmten primitiven Bedingungen relativ gering – als nämlich ein Mensch für den anderen noch keine große Bedrohung darstellte. (mehr…)

The Future is still unwritten




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