Archiv für August 2011

Adorno über die zwischenmenschliche Kälte und die „Liebe“.

Aus dem Archiv der „Barrikaden-Seite“. Um es noch mal ganz klar und deutlich ins Gedächnis zu rufen.

London Calling

Gespiegelt von der Seite der FAU Münsterland

Wie politisch sind die Riots in England?

„Sie rauben Toilettenpapier? Gebt Ihnen lieber Kondome, damit sie sich nicht weiter vermehren.“ So kommentiert ein Focus-Leser die Ereignisse in London. Das kennen wir schon: Der Begriff „Proletariat“ bezeichnete ursprünglich diejenigen, die sich zu stark vermehren. FDP-Jungspund Daniel Bahr hat diese Ursprungsbedeutung wieder aufgegriffen („In Deutschland bekommen die Falschen die Kinder“) und Thilo Sarrazins „Kopftuchmädchen“ kommen ebenfalls aus der gleichen Argumentationsschule.

Die Solidarity Federation North London (britische Anarcho-SyndikalistInnen) stellt in ihrem Statement zu den Riots klar: „Läden abzufackeln, über denen sich Wohnungen befinden, die Transportmittel, mit denen Leute zu ihren Jobs fahren müssen und ähnlicher Schwachsinn, sind ein Angriff auf uns selbst und sollten […] entschieden bekämpft werden […]“. Sie betont aber auch: „Die Wut aus den Armenvierteln ist wie sie ist, hässlich und unkontrolliert, aber nicht unvorhersehbar. Großbritannien hat seine sozialen Probleme jahrzehntelang verschleiert, sie mit einer brutalen Kette bewaffneter Büttel eingezäunt.“ Auch wenn es sich kaum äußert: Die Riots sind politisch. Die Medien präsentieren uns als Anlass den Tod eines kriminellen schwarzen (sic!) Familienvaters. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Hinter den Riots steckt eine jahrzehntelange britische Politik, die mit Thatcher, dem Krieg gegen die Gewerkschaften der Miners und der Poll Tax beginnt und heutigentags mit einer extrem verschärften Überwachung, Gesetzen gegen „Herumlungern“, Knastneubauten etc. fortgesetzt wird. In Sachen „Krise“ mag man wenig aus England hören, weil die Auswirkungen für die internationale Ökonomie vergleichsweise gering sind – in Sachen Repression und Unterdrückung der proles ist Großbritannien aber ganz vorne.

Athen: Generalstreik. London: Riot.

Es ist kein Zufall, dass die ersten Krisen-Riots, die weder in der ehemals sogenannten „Dritten“ Welt noch in der Peripherie Europas stattfinden, ausgerechnet England treffen. Es ist folgerichtig. Es ist auch kein Zufall, dass diese in London beginnen, wo Armut und Reichtum nochmal besonders krass aufeinander treffen. Es ist ebenfalls nicht zufällig, dass sich der Krisenprotest in Griechenland und Spanien in Generalstreiks ausdrückt und in England als Riot. Die Idee einer kollektiven sozialen Revolte wurde den britischen proles seit dreißig Jahren systematisch ausgeredet.
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Die Pathologie der Gesellschaft




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